

Review The Day we stopped Burning
Eine ältere Schwester schenkt ihrer jüngeren Schwester ein “fire thing” (ich glaube entweder eine Kerze oder ein Feuerzeug) zum 16. Geburtstag, dass sie aus ihrem Job als Müllhaldensortiererin geschmuggelt hat und kommt dabei ins Nachdenken über das Verbrennen. Dinge zu verbrennen scheint in dieser Zukunft überhaupt nicht mehr nötig zu sein und zwar so wenig, dass der Akt allein völlig absurd scheint. Die “Zerstörung” von Kohlenwasserstoffen, Bäumen etc wird dabei auch mit der Zerstörung der Umwelt und der Menschen gleichgesetzt, die durch die Verbrennung entsteht. Gleichzeitig sieht die Hauptperson in ihrer kleinen Schwester ein Feuer brennen (im positiven Sinne). Es wird hier also ein bisschen eine Trennung zwischen Brennen als Bild für Energie (Sonne, die kleine Schwester) und Verbrennung als Bild für Zerstörung aufgemacht. Sie möchte ihrer kleinen Schwester das Fire Thing zum Geburtstag schenken als Methapher für das Feuer in ihr und als kleines Symbol von dem Recht auf Unfug als Heranwachsende Person. Als Person die in einer durch Verbrennung geschädigten Welt lebt, soll sie zumindest die Möglichkeit haben das Fire Thing anzuzünden.
Ich mag die Geschichte. Die Idee, dass wir eines Tages als Gesellschaft so weit sind, dass der Akt Dinge zu verbrennen vollkommen absurd erscheint, ist schön (auch wenn ich glaube, dass wir immer so Dinge wie Lagerfeuer machen werden). Und auch, dass das “Recht” auf Unvernunft als heranwachsende Person gewürdigt wird, mag ich.
Review: I came home from saving the rainforest
Die Hauptfigur kommt nach Hause auf ihre Farm in den USA, nur um zu erfahren, dass ihr Lieblingsbaum gefällt wurde. Ihr Vater (glaube ich?) hat das Land an Developer (ich finde keine passende Übersetzung, Immobilienfima passt nicht so richtig, vielleicht Landspekulant:innen?) verkauft, weil er keine Perspektive in der Landwirtschaft sieht. Er möchte seinem Kind genug Geld hinterlassen und das Angebot war sehr gut. Das Kind kann die Vorgehensweise überhaupt nicht nachvollziehen und hat den Satz des Vaters “Man hat immer eine Wahl!” im Kopf. Es möchte die Farm und alles was darauf lebt nicht aufgeben. Die Hauptfigur informiert ihre Freund*innen darüber und diese starten eine Crowdfunding-Aktion (leicht umbenannt), die aufgrund einer Ziege namens Billy viral geht. Mithilfe der finanziellen Unterstüzung vieler Leute weltweit können sie die Farm kaufen und der Vater verkauft nicht an die Developer. Sie wollen das Land in möglichst viel renaturierte Natur (auch wenn sie anerkennen, dass das nur zum Teil geht) umwandeln und auf einer kleinen Stelle eine Bio-Farm errichten. Sie setzen dabei auf ihr Wissen aus der Renaturierung des Regenwaldes und das Wissen der lokalen indigenen Bevölkerung.
Ich mag die Geschichte größtenteils. Sie erzählt einerseits von Hoffnung, Autonomie und Gemeinschaft. Eine Gruppe an Freund:innen rettet eine Farm, renaturiert Land und setzt sich dabei gegen kapitalistische Interessen durch. Gleichzeitig ist es halt mal wieder eine solarpunk-Geschichte, die in einer Bauernhof-Kommune endet. Und wenn Deine persönliche Utopie eine Bauernhof-Kommune ist more power to you. Aber ich hätte gerne mehr urbane solarpunk-Utopien. Wie sieht ein nachhaltiges, naturnäheres, gemeinschaftlicheres Leben mit mehr Freiheit für alle in einer Millionenstadt aus? Wobei ich gespalten bin, weil ich einfach nicht darüber weiß: Wissen indigene Kulturen tatsächlich so viel mehr über nachhaltige Bewirtschaftung oder ist das “Wildwest-Romantik”? An der Stelle kann ich nicht einschätzen, ob hier viel zu viele Solarpunk-Autor:innen positivem Rassismus zum Opfer fallen, oder ob das tatsächlich einfach so ist. Als Person, die in einer Gegend ohne indigene Bevölkerung lebt (oder die indigene Bevölkerung ist, je nachdem wie man es betrachtet) habe ich da einfach keinen Überblick.