Spoilerwarnung
Ich werde hier nach und nach meine Reviews für die Kurzgeschichten aus Halfway to better als Kommentare hinterlassen. Hinweis: Ich hab diesmal das Buch ausnahmsweise als Hörbuch gehört. Das hat die Auswirkung, dass ich die Namen der Charaktere nie gelesen habe und sie nicht nachschlagen kann. Ich habe daher relativ häufig umschrieben oder geschätzt wie der Name geschrieben sein könnte.
Freue mich wie über über euren Senf zu meinem Senf.
Planting the Shell-Bones
Ich glaube ich mag einfach die Figuren, die Susan Kaye Quinn entwirft. Eine 70-Jährige die einen Leuchtturm besetzt hat ist einfach cool. Sie ist klar als Einzelkämpferin gezeichnet. Keine Familie und Freund*innen mehr, keine direkte Wohnadresse und insgesamt eine eher ablehnende Haltung gegenüber anderen Menschen. Die Leuchtturmbewohnerin hat sich ein Versteck in selbigem aufgebaut, das sie bei Nebel in einem kleinen Elektro-Schlauchboot verlässt. Sie tauscht mit Krähen Muschelschalen gegen Nahrung (ich glaube mit Krebsen auch, den Teil habe ich nicht ganz verstanden). Ich liebe, dass die Intelligenz von Krähen und ihre Fähigkeit so etwas wie Freundschaft mit einem Menschen zu schließen Teil einer Geschichte ist. Die Muschelschalen schüttet sie eimerweise um den Leuchtturm auf und schafft so neuen Grund auf dem sich Austern (oder andere Muscheln) entwickeln können, die damit das lokale Ökosystem wiederbeleben. Dabei lebt sie im konstanter Angst von der Küstenwache entdeckt zu werden.
Die Welt in der die Hauptperson lebt, ist deutlich negativ von menschlichem Handeln gezeichnet. Der menschengemachte Klimawandel hat den Meeresspiegel stark ansteigen lassen, die örtlichen Seegründe sind leergefischt und das ehemalige Ufer steht unter Wasser. Der Leuchtturm ist alt und verfallen. Er wurde mehrmals versetzt um nicht dem steigenden Wasser zum Opfer zu fallen, ist aber letztendlich aufgrund von GPS etc obsolet.
Eines Tages bemerkt die Leuchtturmbewohnerin, dass sie bei einer nebligen Ausfahrt nicht allein auf dem Wasser ist. Sie befürchtet erst dass sich ein Hai oder dergleichen in die Gewässer verirrt haben könnte.
Sie schafft es in ihren Leuchtturm, dieser wird jedoch kurz darauf von einem jungen Mann betreten. Ihre Befürchtung ist eingetreten und die Küstenwache hat sie gefunden. Der junge Mann möchte sie vom Leuchtturm wegbringen, weil ein Sturm aufzukommen droht. Die Hauptperson ist dem Küstenwächter gegenüber enorm skeptisch. Sie befürchtet, dass sie nie wieder zu ihrem Leuchtturm zurückkehren kann, wenn sie diesen jetzt verlässt.
An dieser Stelle merkt man stark die gesellschaftskritische Haltung der Hauptperson. Sie ist Behörden gegenüber enorm misstrauisch (was bei einer anzunehmenden Sozialisierung in einer kapitalistischen Gesellschaft jetzt erstmal nichts überraschendes ist, vor allem wenn man einen Leuchtturm illegal besetzt). Sie hat nichts wofür es sich aus ihrer Sicht lohnen würde an Land zurückziehen. Sie hat seit über einem Jahr offenbar weitgehend oder vollständig ohne menschliche Kontakte gelebt und lebt ein selbstgewähltes Eremitinnendasein. Der junge Küstenwächter offenbart, dass er auch schon seit diesem Jahr von ihrer Existenz weiß und weiß, was sie für die örtliche Fauna tut. Er hat sie nicht “verpfiffen” und ist offensichtlich nur gekommen, um sicherzustellen, dass sie nicht durch den Sturm umkommt. Er macht ihr das Angebot ihr Umweltengagement auf offiziellem Weg weiterzuführen. Sie könnte Förderung erhalten und ihre Arbeit vor Ort fortsetzen. Wenn sie mag auch unterstützt durch weitere Personen.
Der Plot twist ist meiner Meinung nach also, dass mindestens Teile der Gesellschaft weiter sind, als die Leuchtturmbewohnerin es befürchtet hat. Er macht ihr das Angebot ihre Arbeit als Teil einer Gemeinschaft fortzusetzen. Man merkt, dass sich die Einzelkämpferin mit dieser Idee schwer tut. Ihre Arbeit wäre durch die Mithilfe durch andere Personen und das sich nicht mehr verstecken müssen deutlich effektiver. Sie bleibt gleichzeitig misstrauisch (es wird ja auch nie aufgelöst ob zurecht).
Nachdem Gemeinschaft ein signifikanter Teil von der Solarpunk-Idee ist, ist die Antwort aus Sicht der Autorin klar. Aber die Frage ist trotzdem spannend: Wann lohnt es sich Dinge allein zu tun, wann als Gemeinschaft?
Review: I came home from saving the rainforest
Die Hauptfigur kommt nach Hause auf ihre Farm in den USA, nur um zu erfahren, dass ihr Lieblingsbaum gefällt wurde. Ihr Vater (glaube ich?) hat das Land an Developer (ich finde keine passende Übersetzung, Immobilienfima passt nicht so richtig, vielleicht Landspekulant:innen?) verkauft, weil er keine Perspektive in der Landwirtschaft sieht. Er möchte seinem Kind genug Geld hinterlassen und das Angebot war sehr gut. Das Kind kann die Vorgehensweise überhaupt nicht nachvollziehen und hat den Satz des Vaters “Man hat immer eine Wahl!” im Kopf. Es möchte die Farm und alles was darauf lebt nicht aufgeben. Die Hauptfigur informiert ihre Freund*innen darüber und diese starten eine Crowdfunding-Aktion (leicht umbenannt), die aufgrund einer Ziege namens Billy viral geht. Mithilfe der finanziellen Unterstüzung vieler Leute weltweit können sie die Farm kaufen und der Vater verkauft nicht an die Developer. Sie wollen das Land in möglichst viel renaturierte Natur (auch wenn sie anerkennen, dass das nur zum Teil geht) umwandeln und auf einer kleinen Stelle eine Bio-Farm errichten. Sie setzen dabei auf ihr Wissen aus der Renaturierung des Regenwaldes und das Wissen der lokalen indigenen Bevölkerung.
Ich mag die Geschichte größtenteils. Sie erzählt einerseits von Hoffnung, Autonomie und Gemeinschaft. Eine Gruppe an Freund:innen rettet eine Farm, renaturiert Land und setzt sich dabei gegen kapitalistische Interessen durch. Gleichzeitig ist es halt mal wieder eine solarpunk-Geschichte, die in einer Bauernhof-Kommune endet. Und wenn Deine persönliche Utopie eine Bauernhof-Kommune ist more power to you. Aber ich hätte gerne mehr urbane solarpunk-Utopien. Wie sieht ein nachhaltiges, naturnäheres, gemeinschaftlicheres Leben mit mehr Freiheit für alle in einer Millionenstadt aus? Wobei ich gespalten bin, weil ich einfach nicht darüber weiß: Wissen indigene Kulturen tatsächlich so viel mehr über nachhaltige Bewirtschaftung oder ist das “Wildwest-Romantik”? An der Stelle kann ich nicht einschätzen, ob hier viel zu viele Solarpunk-Autor:innen positivem Rassismus zum Opfer fallen, oder ob das tatsächlich einfach so ist. Als Person, die in einer Gegend ohne indigene Bevölkerung lebt (oder die indigene Bevölkerung ist, je nachdem wie man es betrachtet) habe ich da einfach keinen Überblick.
Review The Day we stopped Burning
Eine ältere Schwester schenkt ihrer jüngeren Schwester ein “fire thing” (ich glaube entweder eine Kerze oder ein Feuerzeug) zum 16. Geburtstag, dass sie aus ihrem Job als Müllhaldensortiererin geschmuggelt hat und kommt dabei ins Nachdenken über das Verbrennen. Dinge zu verbrennen scheint in dieser Zukunft überhaupt nicht mehr nötig zu sein und zwar so wenig, dass der Akt allein völlig absurd scheint. Die “Zerstörung” von Kohlenwasserstoffen, Bäumen etc wird dabei auch mit der Zerstörung der Umwelt und der Menschen gleichgesetzt, die durch die Verbrennung entsteht. Gleichzeitig sieht die Hauptperson in ihrer kleinen Schwester ein Feuer brennen (im positiven Sinne). Es wird hier also ein bisschen eine Trennung zwischen Brennen als Bild für Energie (Sonne, die kleine Schwester) und Verbrennung als Bild für Zerstörung aufgemacht. Sie möchte ihrer kleinen Schwester das Fire Thing zum Geburtstag schenken als Methapher für das Feuer in ihr und als kleines Symbol von dem Recht auf Unfug als Heranwachsende Person. Als Person die in einer durch Verbrennung geschädigten Welt lebt, soll sie zumindest die Möglichkeit haben das Fire Thing anzuzünden.
Ich mag die Geschichte. Die Idee, dass wir eines Tages als Gesellschaft so weit sind, dass der Akt Dinge zu verbrennen vollkommen absurd erscheint, ist schön (auch wenn ich glaube, dass wir immer so Dinge wie Lagerfeuer machen werden). Und auch, dass das “Recht” auf Unvernunft als heranwachsende Person gewürdigt wird, mag ich.
Review Tombs without Bodies
Eine junge Bewohnerin des “Greenbelts” geht in das Gebiet der 99er, um dort “Reparationen” in Form von Batteriepacks aus Robotern zu holen. Sie wird dabei von einer Gruppe Roboterhunden gefangen genommen und eingesperrt und erst aus ihrer Haft entlassen als sie jemand “gekauft” hat. Dieser jemand ist ein 99er, der sie offensichtlich missbrauchen will und wenn man seinen Sexroboter betrachtet, sadistische Neigungen hat (nicht auf die BDSM-Art, sondern auf die nonkonsensuelle Art). Sie kann ihn zwar für den Moment überwältigen, aber sich nicht befreien. Erst als ein Feueralarm ausgelöst wird, und das Gebäude evakuiert werden muss, verlassen die beiden das Gebäude. Draußen stellt sich heraus, dass der Feueralarm durch Verbündete aus dem Greenbelt ausgelöst wurde, die den 99er niederschlagen und sie befreien. Sie kehrt in ihre Gemeinschaft zurück und integriert sich so gut sie kann wieder in ihr Leben, auch wenn die letzten Tage sichtbare Spuren hinterlassen haben.
Diese Geschichte hat mir von denjenigen aus dem Buch bis jetzt am wenigsten gefallen. Das mag zum einen daran liegen, dass die Grundstruktur des Plots mich stark an Tower Girls erinnert, zum anderen mag ich den Blickwinkel der Geschichte nicht. Wir haben auf der einen Seite wieder eine etablierte Solarpunk-Gemeinschaft (in der dritten Generation), auf der anderen Seite eine moralisch verkommene Stadtbevölkerung, die ihre Arbeit von Robotern erledigen lässt.
Das Leben der Hauptperson in ihrer Gemeinschaft ist von Arbeit und Lernen geprägt. Sie wirkt regelrecht getrieben.
Der 99er scheint niemals arbeiten zu müssen. Die Arbeit wird von Robotern erledigt. Die Menschen selbst leben in einer Art Luxus. Gleichzeitig erledigen sie ihre soziale Interaktion aber offensichtlich auch eher mit Robotern als miteinander (siehe: Sexroboter). Sie sind isoliert von anderen Menschen, ohne Gemeinschaft und haben offensichtlich verlernt auf die Bedürfnisse anderer Menschen zu achten. Den 99ern fehlt jeglicher Humanismus. Somit ist es für den 99er auch moralisch überhaupt nicht verwerflich die Hauptperson zu “kaufen” und dabei nur an sich und seine Interessen zu denken. Das Verhalten wirkt soziopatisch.
Ich mag zum einen nicht, dass die Geschichte so technopessimistisch ist. Susan Kaye Quinn hat in der Hörbuchversion am Ende immer ein paar kurze Anmerkungen (ich weiß nicht ob das in der gedruckten Version auch so ist) und sagt in etwa, dass sie nicht glaubt, dass Technologie uns als Menschheit retten wird, sondern eher das Problem ist, das uns in Klimawandel und co manövriert hat. Die schlussendliche Konsequenz aus dieser Denkweise ist, dass “Technolgie doof und je weniger Technologie desto guter”. Als Person, die nichts mit Anarchoprimitivismus anfangen kann, kann ich mit dieser Logik wenig anfangen. Meiner Meinung nach kommt es viel mehr darauf an, was wer mit der Technologie macht (und machen kann) und wem die Technologie gehört. Sind Deepfake-Kinderpornos von Grok erstellt mithilfe riesiger Datencenter unter massivem Energieverbrauch ein großer Haufen Scheiße? JA! Aber sind Dinge wie: Linux, das Fediverse mit Mastodon und Feddit auf dem sich Menschen zu coolen Ideen, die uns allen weiterhelfen könnten und auf denen sich Menschen gleichberechtigt austauschen können ziemlich cool? AUCH JA! Dasselbe gilt auch für Roboter. Mag ich meinen Staubsaugerroboter weil er mir ein kleines bisschen der Arbeit abnimmt (auch wenn nicht perfekt)? Ja! Wenn es free open source Roboter gäbe, die uns einen Teil der nervigen Arbeit abnähmen, fände ich das absolut cool (solange die Technologie allen gehört und alle Zugriff auf die Technologie haben). Wenn ich jetzt mal von mir ausgehe: Ich fände auch dann noch sehr viel womit ich meinen Tag füllen könnte, wenn ich nicht/weniger Wäsche waschen, kochen, putzen etc müsste. Plus ein weniger an care-Arbeit kommt halt auch vor allem FLINTA zugute (nicht, dass ich eine Ungleichverteilung an care-Arbeit gut finde, aber sein wir realistisch). Ich glaube nicht, dass wir alle zu isolierten, vollkommen verzogenen, soziopatischen Hoschis werden würden, nur weil das Gröbste an Arbeit von Robotern erledigt wird. Es ist wichtig zu fragen wer die Zugänge zu und Kontrolle über solche Technologien hat. Aber ein Technologie ist doof, weil man sie missbrauchen kann, finde ich sehr dualistisch und kurz gedacht. Ich glaube, dass wir irgendwann in Zukunft sogar sinnvolle LLMs haben könnten (auch wenn gerade sehr viel von dem was wir mit LLMs machen meiner Meinung nach ziemlicher Mist ist).
Das andere was micht stört ist, dass sie einfach befinden, dass der 99er und damit alle 99er verlorene Fälle sind. Das ist meiner Meinung nach erstens wieder sehr reduktiv, und zweitens Quatsch. Die Großväter, die den Greenbelt gegründet haben, stammen genau aus dieser Stadt. Offensichtlich ist es also möglich zu checken, dass das was in dieser Stadt getrieben wird Mist ist und etwas besseres aufzubauen. Es erinnert mich an die Star Wars Sequels, in denen Luke Kylo Ren einfach als verlorenen Fall abstempelt und gut ist (nachdem er in Darth Vader noch Gutes gesehen und ihn “bekehrt” hatte, anderer Rant für eine andere Zeit). Das Ganze macht die Geschichte für mich zu dualistisch. Wir im Greenbelt sind die GutenTM und die 99er sind die BösenTM. Deshalb ist es völlig okay, wenn wir deren Eigentum zerstören, um unsere Gesellschaft voranzubringen. Wir haben mit einem 99er über wenige Stunden interagiert und schlussfolgern daraus, dass alle 99er verlorene Fälle sind (gut, eine Person aus dem Rettungsteam war offensichtlich in Gefangenschaft eines 99ers und hat ein Trauma davon davongetragen, aber die Stichprobengröße bleibt damit halt 2). Ich fände eine Geschichte in der die beiden verschiedenen Kulturen voneinander profitieren viel interessanter. So bleibt es sehr oberflächliches gut/böse blabla
Tower Girls
Super spannend und ich finde nochmal eine Schippe mehr Solar Punk als slimy things did crawl.
Zita ist ein Solarpunk “Postergirl”. Sie lebt in einer Kommune, die in einem ehemaligen Einkaufszentrum errichtet wurde. Die dort lebende Gemeinschaft verbringt Zeit zusammen und baut z.B. in einem eigenen Gewächshaus Nahrungsmittel an. Sie selbst ist Mitglied in einer Reparaturgilde und kümmert sich darum beschädigte Elektronik wieder zum Laufen zu bringen (und sie ist queer). Ich mag Zita.
Ich mag auch ihr Umfeld. Ihr Mitbewohner verhält sich nicht wie ein Arsch, obwohl er mit einer Frau zusammen wohnt (ich weiß, niedrige Messlatte, aber sein wir ehrlich…) und es ist auch kein Thema, dass sie ihre Partnerinnen offenbar schnell durchwechselt, zumindest nicht im negativen Sinne. Sie blödelt nur, dass er nicht auf dem Laufenden ist und er blödelt, weil sie sich plötzlich in eine einzige Frau verknallt hat und nur von ihr etwas möchte.
Zita wird zu einem Reparaturjob in den 13. Stock eines Hochhauses gerufen. Die Atmosphäre in den Labors ist im starken Kontrast zur Solarpunk Ästhetik. Alles ist neu und aus Edelstahl. Zita verknallt sich wie oben schon kurz angedeutet Hals über Kopf in Aries. Die beiden flirten heftig und diese bittet sie ihr Equipment bei der nächsten Reparatur mitzubringen, was Zita auch tut (die defekten Geräte sind mit aller Wahrscheinlichkeit bewusst sabotiert worden).
Nach und nach stellt sich heraus, dass die Frauen im 13. Stock Klone einer Wissenschaftlerin sind, die laut dem für das Klonen zuständigen Laborbesitzer kurz vor einem Durchbruch bezüglich ewigem Leben war.
Der Laborbesitzer ist sehr eindeutig der Antagonist in der Geschichte und eine kaum verschleierte Analogie auf “unsere” kapitalistische Milliardärsklasse. Er ist an ewigem Leben für sich selbst interessiert und es ist für ihn völlig fein, wenn dafür andere Menschen versklavt werden und unter unwürdigen Bedingungen leben und sterben. Meiner Meinung nach ein bisschen sehr plakativ aber gleichzeitig existieren die Menschen leider im hier und jetzt und bewirken auf nicht ganz zu plakativen Wegen im Endeffekt das Selbe.
Hier lässt sich auch schön ein Argument gegen Kriminalisierung aufziehen. Wenn der Akt des Klonens und Klone verboten sind, sind die Klone ihren Unterdrückern noch stärker ausgeliefert als wenn nur der Akt des Klonens selbst verboten ist (und mit Personen die Klonen von Repression bedroht sind).
Die beiden fliehen und entkommen in Freiheit. Die Behörden verhaften den big bad evil guy, nachdem bekannt wird, was er getan hat. Ich fand sehr wichtig, dass herausgestellt wird, dass er Unterstützung gehabt haben muss und offensichtlich hier einige Leute die Klappe gehalten haben, obwohl sie das genaue Gegenteil hätten tun sollen. Und auch dass angesprochen wird, dass Anklage nicht immer Verurteilung bedeutet. In der Gegenwart kommen überreiche Personen gerne Mal mit einer Einstellung des Verfahrens oder einer Vergleichszahlung davon.
Man bekommt einige Zeit später einen Einblick in das Leben der beiden. Aries ist offenbar in die Kommune aufgenommen worden und lebt sich dort ein. Die beiden führen weiterhin eine Beziehung.
Bevor ich das vergesse: Das Ende ist ja Mal zuckerst! Ich hatte am Ende als sie sich geküsst haben und sich das nach Zuhause anfühlt einen richtig schönen Awwwwwwwwwwwww-Moment.
Mein Fazit zu der Geschichte Meiner Ansicht nach wird hier ein klarer Kontrast zwischen einer Solarpunk Utopie auf der einen Seite und einer hierarchischen Dystopie auf der anderen Seite gezeichnet. Die Kommune ist der Inbegriff von Solarpunk. Sie leben zusammen, sie gestalten ihre Umwelt nach ihren Bedürfnissen, die versorgen sich selbst, sind aber auch für andere da und sie reparieren Dinge. Im Turm ist alles nach den Vorstellungen einer Person ausgerichtet. Die Einrichtung der wenn wir ehrlich sind Gefängniszellen wurde vorherbestimmt, die Personen leben wortwörtlich nur durch und für ihn, tun genau was er will und die Einrichtung ist durch Konsum und nicht Reparatur geprägt
Ist das sehr plakativ? Ja! Weiß ich in welcher der beiden Gemeinschaften ich leben wollen würde? Auch ja!
Was die Geschichte meiner Meinung nach auch verdeutlicht ist, dass nicht jede Person Interesse an einer an den Bedürfnissen von allen ausgerichteten Gesellschaft hat, insbesondere wenn es den eigenen egoistischen Interessen schadet. Und auch das sehen wir speziell bei Überreichen, Faschos und überreichen Faschos auch heute sehr gut. Ein besseres Leben für alle wird sich nicht ohne Anstrengungen erreichen lassen.
Review slimy things did crawl
Edit: Ich habe offensichtlich das Geschlecht der Hauptperson falsch gelesen (danke für den Hinweis), weswegen Teile dieses Reviews nur bedingt Sinn ergeben.
Ich liebe diese Geschichte Die Menschheit und “die Natur” sind in dieser Kurzgeschichte auf so viele intelligente Weisen miteinander verknüpft. Die Hauptfiguren sitzen in einem U-Boot und sammeln Mikroplastik vom Meeresboden das die Menschheit dort hinterlassen hat. Ihre Forschung ist davon abhängig, dass sie etwas “interessantes” finden, das Ökosystem ist davon abhängig dass sie etwas finden, das als ausreichend interessant genug befunden wird, um den Meeresboden nicht für Unterseebergbau platt zu machen. Dann finden sie ohne es zu wissen genau diese Sache in Form eines wurmförmigen Organismus und der Organismus findet sie. Sie finden den Wurm mithilfe ihres Sonars und das Sonar macht es dem Wurm erst möglich sie zu finden und das U-Boot zu fressen. Im Bauch des Wurms ist die Besatzung des U-Boots darauf angewiesen nicht verdaut zu werden und schafft es, indem sie einen Großteil des U-Boots zurücklässt in Sicherheit. Dass die Crew wieder frei ist, rettet gleichzeitig dem Wurm das Leben weil sie den Nachweis erbringen, dass sich “interessantes” Leben am Grund des Ozeans befindet. Gleichzeitig rettet diese Wurmart der Menschheit in gewisser Weise den Hintern weil sie Mikroplastik frisst.
Die Schicksale der Menschen (sowohl der Crew als auch der Menschheit) und des Wurms sind in sehr vielfältiger und komplexer Weise miteinander verwoben. In gewisser Weise könnte man von einer Symbiose sprechen. Außerdem versuchen die Hauptcharaktere in der Geschichte ein durch die Menschheit verursachtes Problem zu lösen, die Natur findet schon eine bessere Lösung als die Menschheit es könnte. Gleichzeitig schafft der Versuch der Menschen das Problem zu lösen die Grundlage, um nicht noch weitere Zerstörung durch Unterseebergbau zu verursachen.
Ich finde die Geschichte hat auch gewisse Horror-Elemente, weil die Besatzung dem Wurm über längere Zeit ausgeliefert ist und ein Überleben nicht gesichert ist. Das Gefühl erinnert mich ein bisschen an Subnautica spielen.
Zu den Charakteren: Die weibliche Hauptperson hat mir sehr gefallen. Sie ist aktiv, ergreift die Initiative, hat Grips und hat gleichzeitig einen völligen Crush auf das schwedische Besatzungsmitglied, der sie halb außer Gefecht setzt. Ich finde es toll, dass einer weiblichen Figur so “zugestanden” wird völlig hirntot zu “simpen”, gleichzeitig aber auch ein aktiver, handlungsfähiger Charakter zu sein, der mit der Hilfe der beiden anderen die Crew aus der Gefahr rettet. Gleichzeitig mag ich auch die Figur des Schweden, weil er nicht in die “Held-Trottel-Dichotomie” fällt (Männer in Geschichten sind meist entweder strahlende Helden oder absolute Volltrottel oder auf dem Weg vom einen zum anderen). Er ist ein kluger, charmanter Charakter, der sich aber nicht vordrängt und versucht die Situation selbst zu lösen, sondern der Kapitänin das Steuern überlässt (und sind wir ehrlich, das ist nicht so selbstverständlich wie es klingt).
Spannend das mit der Symbiose! Hatte ich noch gar nicht so drüber nachgedacht, aber ich finde es einen guten Punkt. Und ich hatte die Kapitänsperson immer als männlich gelesen, aber vielleicht habe ich da was überhört/überlesen (hab das Buch vor längerer Zeit gelesen und jetzt nochmal als Hörbuch gehört), oder vielleicht wird das Geschlecht auch gar nicht erwähnt? Bei der Geschichte hab ich immer sofort Lust bekommen bei so einer forschungsmission mitzumachen, leider fehlen mir dazu die Qualifikationen 🥲
Hab gerade gegoogelt. Mateo wird klassischerweise als Jungenname genutzt. Damit habe ich das aufgrund der weiblichen Erzählstimme vermutlich einfach falsch interpretiert. Shame on me :D

