Spoilerwarnung

Ich werde hier nach und nach meine Reviews für die Kurzgeschichten aus Halfway to better als Kommentare hinterlassen. Hinweis: Ich hab diesmal das Buch ausnahmsweise als Hörbuch gehört. Das hat die Auswirkung, dass ich die Namen der Charaktere nie gelesen habe und sie nicht nachschlagen kann. Ich habe daher relativ häufig umschrieben oder geschätzt wie der Name geschrieben sein könnte.

Freue mich wie über über euren Senf zu meinem Senf.

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    10 days ago

    Review: I came home from saving the rainforest

    Die Hauptfigur kommt nach Hause auf ihre Farm in den USA, nur um zu erfahren, dass ihr Lieblingsbaum gefällt wurde. Ihr Vater (glaube ich?) hat das Land an Developer (ich finde keine passende Übersetzung, Immobilienfima passt nicht so richtig, vielleicht Landspekulant:innen?) verkauft, weil er keine Perspektive in der Landwirtschaft sieht. Er möchte seinem Kind genug Geld hinterlassen und das Angebot war sehr gut. Das Kind kann die Vorgehensweise überhaupt nicht nachvollziehen und hat den Satz des Vaters “Man hat immer eine Wahl!” im Kopf. Es möchte die Farm und alles was darauf lebt nicht aufgeben. Die Hauptfigur informiert ihre Freund*innen darüber und diese starten eine Crowdfunding-Aktion (leicht umbenannt), die aufgrund einer Ziege namens Billy viral geht. Mithilfe der finanziellen Unterstüzung vieler Leute weltweit können sie die Farm kaufen und der Vater verkauft nicht an die Developer. Sie wollen das Land in möglichst viel renaturierte Natur (auch wenn sie anerkennen, dass das nur zum Teil geht) umwandeln und auf einer kleinen Stelle eine Bio-Farm errichten. Sie setzen dabei auf ihr Wissen aus der Renaturierung des Regenwaldes und das Wissen der lokalen indigenen Bevölkerung.

    Ich mag die Geschichte größtenteils. Sie erzählt einerseits von Hoffnung, Autonomie und Gemeinschaft. Eine Gruppe an Freund:innen rettet eine Farm, renaturiert Land und setzt sich dabei gegen kapitalistische Interessen durch. Gleichzeitig ist es halt mal wieder eine solarpunk-Geschichte, die in einer Bauernhof-Kommune endet. Und wenn Deine persönliche Utopie eine Bauernhof-Kommune ist more power to you. Aber ich hätte gerne mehr urbane solarpunk-Utopien. Wie sieht ein nachhaltiges, naturnäheres, gemeinschaftlicheres Leben mit mehr Freiheit für alle in einer Millionenstadt aus? Wobei ich gespalten bin, weil ich einfach nicht darüber weiß: Wissen indigene Kulturen tatsächlich so viel mehr über nachhaltige Bewirtschaftung oder ist das “Wildwest-Romantik”? An der Stelle kann ich nicht einschätzen, ob hier viel zu viele Solarpunk-Autor:innen positivem Rassismus zum Opfer fallen, oder ob das tatsächlich einfach so ist. Als Person, die in einer Gegend ohne indigene Bevölkerung lebt (oder die indigene Bevölkerung ist, je nachdem wie man es betrachtet) habe ich da einfach keinen Überblick.