Am Wochenanfang, am vierten August, musste der Energieversorger Enea die Stromproduktion in den Kohlekraftwerken Kozienice und Połaniec drosseln, nachdem kritisch niedrige Wasserstände in der Weichsel die Kühlwasserversorgung einschränkten.
Durch die Maßnahme verschwanden nach Angaben des Unternehmens 1,3 GW aus dem polnischen Stromsystem – genug, um mehr als eine Million Durchschnittshaushalte zu versorgen. Das entspricht rund zwei Prozent der aktuellen Erzeugungskapazität des Landes.
Der Durchfluss der Weichsel in der Nähe des Kraftwerks Kozienice sank am fünften August auf nur 135 Kubikmeter pro Sekunde – ein deutliches Zeichen der extremen Trockenheit.
Ja das ist aber komisch, wie kann das denn sein, das sind doch sichere Grundlastkraftwerke, also das ist ja echt komisch …
Es hat irgendwie schon fast was komisches, wie sie jetzt reihenweise die AKWs und KKWs wegen dem niedrigen Wasserpegel abschalten müssen, wo doch in der Klimadebatte dauernd davon die Rede war, dass diese Systeme zumindest stabil sind, während wenn bei Solar einmal die Sonne nicht scheint wir sofort alle tot sind. Die Physik macht echt Überstunden dabei, Leuten zu sagen, dass sie bei Ahnungslosigkeit einfach mal die Fresse halten sollen.
Ich lese gerade “Blackout” von Marc Elsberg.
Die aktuellen Entwicklungen sind absurd. Und bestürzend. Die Auswirkungen des Klimawandels fangen gerade erst an, spürbar zu werden, und essentielle Infrastrukturen gehen in die Knie.
Es wird nicht dabei bleiben.
Wie kannst du dich dabei lösen um hier zu posten?
Das Buch hat mich so gefesselt, ich hab es innerhalb eines Tages durch.
Hääää wie fossile Energieträger sind schlecht, ich dachte, die sind so supi und zusammen mit Atomenergie das absolute Dream Team von Vergangenheit und Zukunft zusammen!?
Bisher fallen Kohle und Atomkraft aus, unsere oberste wirtschaftsführerin setzt in ihrer unendlichen Weisheit auf gas! Das ist etwas völlig anderes und viel besser, weil das sagen wir ja so.
Ach stimmt, das hatte ich vergessen. Hail e.ON.
Bei Gaskraftwerken gibt es immerhin i.d.R. auch noch eine Gasturbine, die direkt über einen Generator elektrische Energie liefern kann ohne den kühlwasserintensiven Dampfkraftprozess. Das ist zwar deutlich weniger als die Gesamtleistung des Kraftwerks und hat aufgrund fehlender Synergieeffekte einen lausigen Wirkungsgrad, aber immerhin etwas.
Das Kraftwerk insgesamt braucht als Wärmekraftmaschine dennoch Kühlung. Siehe Carnot-Prozess und so.
Heisst ja auch “Gas- und Dampfkraftwerk”.
Das Kraftwerk insgesamt braucht als Wärmekraftmaschine dennoch Kühlung.
Die Gasturbine selbst braucht, soweit ich weiß, keine (Wasser-)Kühlung. Sie kühlt sich durch die umgesetzte Luft selbst und produziert dadurch, wenn die Wärme ihrer Abluft nicht genutzt wird, eine Menge heißer Luft. Deswegen ist auch, wie ich geschrieben habe, der Wirkungsgrad der Gasturbine allein lausig.
Das Prinzip ist die Nutzung des enormen Abgasmassenstroms einer Gasturbine in einem nachgeschalteten Abhitzedampferzeuger, dessen erzeugter Dampf eine Dampfturbine (mit ihren verschiedenen Druckstufen) antreibt.
Edit: Vielleicht reicht der Betrieb der Gasturbinen aus, um den Kessel auf Leerlauf-Temperatur zu halten. Dann müsste man dafür immerhin nicht noch zusätzlich für taube Nüsse Gas verbrennen.
Dass man die Hitze nicht direkt in der chemischen Industrie nutzt?
Die “Hitze” der Gasturbine wird im Regelbetrieb eines GuD- Kraftwerks im Dampfkraftprozess zur weiteren Stromerzeugung genutzt, verlässt also das Kraftwerk nicht. Dessen Abwärme wiederum wird dort, wo es aufgrund der geringen Entfernung sinnvoll ist, schon als Fernwärme für industrielle Anwendungen (z.B. bei Trocknungsprozessen) oder zur Gebäudeheizung genutzt. Dadurch muss durch Kühlung nur noch die Wärmemenge abgeführt werden, die dem Wärmenetz nicht zugeführt werden konnte.
Eher Dream Time der Aborigines, wo Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft der Erdgeschichte sich vermischen und auftauende Mammutbabys, Gletschermänner, und Elche mit Anthrax aus dem zurückgehenden Permafrost erscheinen.
Ebenso das KKW in Ungarn.
Und einige in Frankreich und Schweiz, weil die Gewässer sonst zu heiss würden.
Und die Melone aus Italien will zurück in die Atomkraft… Aber gut, die dreht ja gerade sowieso durch.
Ist die Drosselung nicht nur eine Regulierung, damit das Wasser im Fluss nicht zu heiß wird? Da kann man doch sicher noch was machen…
Dann gibts auch flussabwärts günstigen, frisch gedünsteten Fisch.Flussabwärts einfach ein paar Klimaanlagen aufstellen, die den Fluss mit der im Kohlekraftwerk erzeugten Energie wieder abkühlen. Schachmatt, Klimawandel!
Das würde ich mal beim Patentamt einreichen, Abteilung “Perpetuum Mobiles”.
Wäre sehr lustig, wenn nicht aktuell sehr ernsthaft vorgeschlagen würde, weiterhin Kohle und Gas zu verbrennen, und dabei CO2 in die Atmosphäre zu pusten, um Energie zu erzeugen, und Maschinen zu bauen und Energie aufzuwenden, um CO2 der Atmosphäre zu entziehen.
Yeah. Man kann Wärme auch - sehr im Gegensatz zu Strom - ein halbes Jahr mit vertretbarem Aufwand speichern.
Ist halt nur doof, wenn die Flüsse keinen Pegel mehr haben. Der Rhein ist gerade auch nur ein Rinnsal. Irgendwas von 20cm oder so bei Düsseldorf aufgeschnappt.
Zum Wärmespeicher: Das wäre doch eigentlich eine gute Idee für die ganze Braunkohletagebaulöcher. Anstelle daraus Seen für Naherholung zu machen, könnte man die auch als Wärmespeicher umbauen.
Die Frage ist nur, wo das ganze Füllmaterial herkommen soll. Da müsste es doch enorme Abraumhalden geben.
Die müssen eher so 30 Kubikmeter oder 100 gross sein und in der Nähe der beheizten Wohngebäude. Also bei weitem nicht diese Dimension.
Aber vielleicht geht das ja. Die Löcher gibt’s ja. Mal sehen, vielleicht macht ein pfiffiger Ingenieur das mal.
Einerseits ist der Pegel sehr niedrig und andererseits wird mehr Wasser benötigt.
Deshalb schützt das Abschalten bei Hitze auch das Kraftwerk vor Verstopfung im Kühlwassereinlauf.Ne, in diesem Fall ist gar kein Wasser mehr da, bzw. der Pegelstand zu niedrig. Selbes Problem wie im ungarischen Atomkraftwerk.



