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Cake day: April 4th, 2025

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  • Wenn, wie das jetzt mit den Öl/Gaslieferungen aus dem Persischen Golf und Kasachtan der Fall ist, 10% des Angebots weg fällt, gibt es genau zwei Möglichkeiten:

    a. Die Preise steigen so weit, dass 10% der Käufer auf den Kauf verzichten. Wie hoch der Preis dann steigen wird, hängt von der kurzfristigen Preiselastizität ab, das ist das Verhaltnis zwischen (Änderung des Preises)/(Änderung der Nachfrage). Die ist erfahrungsgemäß ziemlich gering. Eine Verdreifachung der Preise ist nicht ganz unrealistisch und in Südasien sind die Preise schon extrem hoch - hier werden sie (noch) durch Anzapfen der Reserven gedämpft, was eben nur über kurze Zeiten geht, weil die Reserven irgendwann alle sind.

    b. Das knappe Gut wird rationiert, so dass es da ankommt, wo es am dringensten gebraucht wird.

    Warum tut Frau Reiche so, als ob das anders wäre?

    Nun, die Erwartung hoher Preise wird es fördern, dass Leute da wo es für sie geht, sich von der Nutzung von Öl und Gas verabschieden. Eine Wärmepumpe einbauen statt eine Gasheizung. Ein Elektroauto kaufen statt einen Verbrenner. Ein Balkonkraftwerk kaufen statt ein iPhone. Statt dem Flug auf die Kanaren eine wunderschöne Bahnreise nach Slowenien. Wenn man nicht so viel Geld hat, statt dem 50 Kilometer entfernten Job, wo man grad so mit seiner Rostlaube hin käme, doch lieber den näheren, der zur Not auch mit dem Regionalzug erreichbar ist. Statt mit 12 Liter Warmwasser, mit 5 Litern spülen. Sich einen schönen dicken Pullover und ne Elektrodecke kaufen statt noch mehr Heizkosten zu zahlen. Entfernungen verkürzen wo machbar. Und so weiter.

    Die Öl- und Gasindustrie will das nicht. Deswegen wird die Situation vernebelt.

    Vertreten der Interessen der Bevölkerung? Fehlanzeige.









  • Das ist halt diese Verwechslung, was z.B. ein Journalist eigentlich macht, mit dem was der Laie sieht. Oder generell ein Artefakt, das ein (und nicht das wesentlichste) Endprodukt der eigentlichen Arbeit ist, mit der eigentlichen Arbeit verwechseln.

    Die Arbeit eines Journalisten umfasst wesentlich mehr, als Texte umzuformulieren. Z.B. muss er oft mal hin fahren und mit Leuten reden, um raus zu finden, wie die Dinge wirklich sind. Das, was die Leute bei der taz und beim Guardian machen, und die Sloperatoren bei Ippen Media (siehe Link) sich gespart haben.

    Die Arbeit eines Programmierers umfasst wesentlich mehr, als kryptischen Code in Programmfenster zu tippen und in Dateien zu speichern. Z.B. muss er erst mal heraus finden, was eigentlich gebraucht und gewünscht wird, und normalerweise die Logik eines Programms in eine dauerhaft verstehbare und einigermaßen wartbare Form bringen. Neuen Code eintippen macht - im besten Fall ! - einen einstelliger Prozentsatz der Arbeitszeit aus, typisch sind dann 50 Zeilen pro Tag. Und mehr als diesen kleinen Prozentsatz kann selbst die schnellste KI nicht sparen. Logisch, nicht? Wenn Butter 1% deiner monatlichen Ausgaben ausmacht, kannst du die nicht um 10% senken, indem Du auf Butter verzichtest.

    Die Arbeit eines Arztes umfasst wesentlich mehr, als kleine rosa oder gelbe Zettel auszufüllen und mit unverständlichen Worten zu beschriften. Joa, letzteres könnte ein Computer mit Zufallsgenerator und angeschlossenem Drucker auch. Der Unterschied zeigt sich, wenn der Patient Morphium gegen Herzinfarkt nimmt, oder Antibiotika gegen eine akute Alkoholvergiftung.

    Die Arbeit eines Schülers oder Studenten sollte mehr umfassen, als Dateien mit Hausarbeiten mit mehr oder weniger plausiblen Texten abzuliefern. Das Ziel ist ja, was zu lernen, nicht Papier zu beschriften.

    All das ist (unter anderem) Wissensarbeit und das Erarbeiten und Dokumentieren eines Verständnisses der Dinge um die es geht, ist essentieller Teil der Arbeit.

    Ähnlich ist es bei richtiger Kunst und kreativen Leistungen.

    KI simuliert das alles nur. Und macht sich das Dunning-Kruger Phänomen bei den jeweiligen Laien zunutze.



  • Das ist genau das, was ich bei eigenen Versuchen beobachtet habe, mit Fragen zu Themen mit denen ich mich wirklich gut auskenne, bis auf das Level von Doktorarbeit und jahrelanger einschlägiger R&D in der Industrie:

    Die KI liefert in Sekundenschnelle gut klingende Antworten. Teilweise sind die auch erstaunlich gut. Teilweise (so ca. 50%) sind sie komplett falsch oder richtiger Blödsinn. Und das unabhängig davon, ob es eine Anfängeraufgabe für ProgramiererInnen ist, oder eine Fragestellung für Experten. Aber immer in sehr selbstbewussten Ton und plausiblem Fachjargon verpackt. Wer nicht selber Experte ist in der Materie, wird sich oft schwer tun, den Blödsinn zu erkennen.

    Und das passt genau zu der Tendenz, getreu dem Dunning-Kruger-Effekt im eigenem Kompetenzbereich korrekt zu sehen, dass die KI etwas ganz und gar nicht zuverlässig kann, aber in anderen Gebieten anzunehmen, dass das ja wohl doch nicht so schwer sei.

    Und das passt dann wieder wie Arsch auf Eimer zu einer Wirtschaftsordnung, die Leute und ihre Kompetenzen auf breiter Front entwertet… bis hin zu “wer braucht schon ne ausgebildete Intensivkrankenschwester, die drückt doch eh nur ein paar Knöpfe”.