Am Wochenanfang, am vierten August, musste der Energieversorger Enea die Stromproduktion in den Kohlekraftwerken Kozienice und Połaniec drosseln, nachdem kritisch niedrige Wasserstände in der Weichsel die Kühlwasserversorgung einschränkten.
Durch die Maßnahme verschwanden nach Angaben des Unternehmens 1,3 GW aus dem polnischen Stromsystem – genug, um mehr als eine Million Durchschnittshaushalte zu versorgen. Das entspricht rund zwei Prozent der aktuellen Erzeugungskapazität des Landes.
Der Durchfluss der Weichsel in der Nähe des Kraftwerks Kozienice sank am fünften August auf nur 135 Kubikmeter pro Sekunde – ein deutliches Zeichen der extremen Trockenheit.



Das Kraftwerk insgesamt braucht als Wärmekraftmaschine dennoch Kühlung. Siehe Carnot-Prozess und so.
Heisst ja auch “Gas- und Dampfkraftwerk”.
Die Gasturbine selbst braucht, soweit ich weiß, keine (Wasser-)Kühlung. Sie kühlt sich durch die umgesetzte Luft selbst und produziert dadurch, wenn die Wärme ihrer Abluft nicht genutzt wird, eine Menge heißer Luft. Deswegen ist auch, wie ich geschrieben habe, der Wirkungsgrad der Gasturbine allein lausig.
Edit: Vielleicht reicht der Betrieb der Gasturbinen aus, um den Kessel auf Leerlauf-Temperatur zu halten. Dann müsste man dafür immerhin nicht noch zusätzlich für taube Nüsse Gas verbrennen.
Dass man die Hitze nicht direkt in der chemischen Industrie nutzt?
Die “Hitze” der Gasturbine wird im Regelbetrieb eines GuD- Kraftwerks im Dampfkraftprozess zur weiteren Stromerzeugung genutzt, verlässt also das Kraftwerk nicht. Dessen Abwärme wiederum wird dort, wo es aufgrund der geringen Entfernung sinnvoll ist, schon als Fernwärme für industrielle Anwendungen (z.B. bei Trocknungsprozessen) oder zur Gebäudeheizung genutzt. Dadurch muss durch Kühlung nur noch die Wärmemenge abgeführt werden, die dem Wärmenetz nicht zugeführt werden konnte.