Die Bundeswehr warnt vor möglichen russischen Sabotageanschlägen auf die eigenen Truppen in Deutschland - das geht aus einer internen Lageeinschätzung hervor, die WDR und SZ vorliegt. In dem Papier wurde die Bedrohung erstmals als "erheblich" eingestuft.
Finnland ist ein direkter Nachbar. Die machen das nicht wegen böser propaganda oder kriegslust sonder wegen leidiger historischer Erfahrung und einem Krieg von Russland gegen ein Nachbarland. Keiner schlägt einmarsch in Russland vor und eine fähige Bundeswehr und funktionierende Nachrichtendienste sind keine Atomeskalation. Ja, die dürfen gerne weniger saufen, konsequent gendern und ihre nazis rauswerfen.
Friedrich Merz ist für mehr atomare Abschreckung in der EU. Wie soll das nicht die Atomeskalation näher bringen?
Warum sind Nachrichtendienste auf westlicher Seite immer das beste was ein Staat haben kann. Aber wenn aus Russland wieder mal angeblich eine Drohne kommt ist das die böse Hybride Kriegsführung. Ist das nicht eine Doppelmoral in sich?
Gleichgewicht des Schreckens.
Die einzig tragfähige Versicherung in einer Welt, in der zumindest auch nur einer nicht auf seine Atomwaffen verzichten wird, ist die eigene Bewaffnung mit Atomwaffen und die glaubhafte Androhung, dass bei einem Atomwaffeneinsatz niemand gewinnen kann.
Momentan hängen wir da an Amerikas Rockzipfel und dessen erratische Führung ist der tatsächliche Faktor, der eine atomare Eskalation momentan begünstigt. Sobald eine Seite denken kann, damit durchzukommen, wird es gefährlich.
Das hattest du in klein schon bei der Ukraine. Putin hat die nicht überfallen, um sein Land in ein (bislang) vierjähriges Selbstzerstörungsdesaster zu führen, sondern weil er dachte, er könnte das schnell gewinnen. Vier Tage, Kyiv und gut. Sobald es vermeintlich kalkulierbar wird, wird es gefährlich. Und das darf bei Atomwaffen niemals passieren.
Aber was hilft es der Welt wenn Deutschland dem Wettrüsten beitritt?
Was hältst du von Atomwaffen in den Händen von AfD oder deren Äquivalent in anderen EU Staaten?
Durch mehr Atomwaffen steigt das Risiko, dass ein Staat sich bedroht fühlt und diese dann auch benutzt. Das Risiko steigt mit der Anzahl der Atomwaffen.
Das gleiche, was ich von Atomwaffen in den Händen von Putin oder Trump halte. Und wie es mit Xi weitergeht, wird auch die Zeit zeigen. Atomwaffen sind heute schon primär in Händen von Leuten, die ich verachte.
Der Unterschied ist, dass heute, im Vergleich zu früher, Europa nicht mehr verlässlich unter dem Schirm Amerikas stehen und es (zum Glück?) auch niemals mehr werden. Das bedeutet aber auch, dass wir eine eigene, vollständige nukleare Abschreckung brauchen, um nicht länger der Spielball von Washington, Moskau, … zu sein. Ich mag keine Atomwaffen und hätte lieber eine Welt ohne. Aber da die anderen nicht verzichten werden, muss man reagieren.
Daran glaube ich nicht. Man sieht, wie vorsichtig die Länder Russland, USA und China miteinander umgehen. Sie wissen genau, was auf dem Spiel steht. Darum Gleichgewicht des Schreckens. Ihren Imperialismus leben sie nur gegenüber Ländern aus, die diesem Zirkel nicht angehören. Sei es Venezuela, die Ukraine, Taiwan,… aber eben auch wir in Europa.
Ihren Imperialismus leben sie nicht gegenüber Europa aus, weil die maßgeblich dem Vorgehen des westlichen Imperialismus zustimmen oder diesen nicht bekämpfen.
Wenn Europa tatsächlich gegen die USA vorgehen würde, würde deren Imperialismus auch uns treffen.
Schau dir mal die Reaktionen in Europa auf den Völkermord in Gaza oder den Angriff auf Venezuela an. Die US-Linie wird zwar immer “kritisiert”, aber es wird nie sinnvoll dagegen angegangen.
Na, wir werden ja sehen, wie Russland im Baltikum weiter agiert… Grenzübertritte maskierter Leute nach dem Modell ‘grüne Männchen auf der Krim’ hatten wir ja vor zwei Wochen schon in Lettland. Und ich persönlich rechne mit einer hybriden Operation bei Narwa. Putins Imperialismus richtet sich ganz explizit gegen Europa.
Danke, du hast gerade mein Argument bestätigt. Gerade WEIL wir einen russischen Angriffskrieg vor der Tür haben und einen - freundlich gesagt - wankelmütigen Herrscher in Amerika, müssen wir diesen gerade in ehrabschneidender Weise bei Laune halten, weil wir unsere Sicherheit in Europa jahrzehntelang bequem auf die Schultern der Amis gebaut haben und nun sehr verletzlich dastehen. Wir sind erpressbar.
Wir hätten uns längst unabhängig machen müssen. Hätten wir heute bereits unsere eigene Abschreckung, müssten wir uns auch nicht so vor Trump in den Staub werfen und wären nicht erpressbar. Genau deshalb brauchen wir unsere eigene Abschreckung, unabhängig von Amerika!
Da interpretierst du die Aussagen zu Gaza aber anders. Deutschland unterstützt diesen Völkermord nicht hauptsächlich wegen der USA. Auch mit einer Aufrüstung würden weiter deutsche Waffen genutzt werden, um in Gaza Zivilisten zu ermorden, wenn es nicht sogar mehr werden würden.
Diese Taten werden ja mit der Historie von Deutschland und der angeblichen Verantwortung gegenüber Israel begründet.
Deutschland braucht keine größere Armee, um die “guten” Werte zu verteidigen, wenn diese sowieso aktuell nicht für alle gelten.
Wenn ein ideologisch feindliches Land völkerrechtswidrig Krieg führt ist es schlimm. Wenn aber ein westliches ideologisch ähnliches Land Kriegsverbrechen begeht ist das akzeptabel.
Deutschland hat kein grundsätzliches Problem mit Völkerrechtsbrüchen, was genay das Problem mit einer potenziellen Militarisierung ist.
Du sprichst hier ganz klar davon, dass die US-Linie zwar “kritisert” wird, aber nicht dagegen angegangen wird.
Genau darauf bezieht sich mein Kommentar und genau das ist die Essenz der Notwendigkeit einer unabhängigen europäischen Abschreckung.
Indem wir die schon längst in der EU haben. Übrigens auch in Deutschland.
Das geht wie folgt: Die Nachrichtendienste und Polizeien sollen bitte in die Lage vesetzt werden, Operationen auf deutschem Boden aufzuklären und zu verhindern, dass die Nachrichtendienste anderer Länder hier Sprengstoff und Drohnen verteilen. Das ist exakt keine Doppelmoral. Niemand fordert, dass Deutschland hybride Kriegsführung und Sabotageaktionen in Russland veranstaltet.
Aktuell soll der BND doch befähigt werden, Sabotage und Spionage durchzuführen oder hab ich da was falsch verstanden.
Mit den neuen Befugnissen ist es BND-Agenten erlaubt, Gegenangriffe zu tätigen, um vermeintliche Spionage etc. zu verhindern. Das Ziel ist auch Überwachung und Sabotage von gegnerischen Staaten. Das gleiche Ziel wie von Russlands “hybrider Kriegsführung”
Spionage im Sinne verdeckter Informationsgewinnung darf der schon. Und weder das gleiche Ziel, noch die selben Mittel wie Russlands hybride Kriegfsührung, weil hier keine Mordanschläge erlaubt sind, das ganze immernoch auf defensive Maßnahmen und Gefahrenabwehr abzielt, Ziel nicht die destabilisierung des politischen Systems Russlands ist, wir parlamentarische Kontrolle haben.
Laut https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/befugnisse-bnd-verfassungsschutz-100.html
Nur weil Räuber und Gendarm beide eine Pistole haben, beide unter Bedingungen schießen, ist das nicht irgendwie doch identisch.
Oho, sie dürfen. Ja, genau das ist das Problem, sie dürfen auch heute schon, machen aber nicht.