

Ich verstehe halt die implizite Annahme nicht, dass Reue irgendwie geheuchelt und gelogen sein muss.
Wäre doch besser, wenn man “Ich war in der NSDAP und SA. Das hat mich angesprochen. Aber es war falsch und ich bereue es” sagt, oder nicht? Wenn man weiß, dass diese Ideologie zu Horror, Mord und einem Kontinent in Schutt und Asche geführt hat, könnte man ja mindestens feststellen, dass das vielleicht doof war, oder nicht?





Da tauchen wir natürlich schnell in hochphilosophische Gegenden ab. Aber das würde ja irgendwie bedeuten, dass man nicht an seinen Fehlern wachsen kann.
Ich habe auch viele dumme Entscheidungen getroffen. Und anerkenne auch, dass ich mit den gleichen Informationen in der gleichen Situation vmtl. wieder so handeln würde. Ich habe vor Entscheidungen ja meine Optionen gewogen und bin jeweils zu dem Schluss gekommen, dass das die bestmögliche Handlungsoption sei.
Aber entscheidend ist ja, ob ich mit den mir heute vorliegenden Informationen in der gleichen Situation so handeln würde.
Dieser Aspekt mach bspw. auch eine heutige AfD Mitgliedschaft für mich gleich zehnmal schlimmer als eine damalige NSDAP Mitgliedschaft.