Die Bundesregierung plant die massivsten Angriffe auf unseren Sozialstaat seit der Agenda 2010: Sie will an unserer Gesundheit und Pflege sparen, hart erkämpfte Arbeitsrechte wie Kündigungsschutz und 8-Stunden-Tag kippen, die Jugend- und Behindertenhilfe und unsere Renten kürzen.
Wir sagen: Es reicht! Save the Date: Großdemos am 26. September
Nett, aber wieder nur nutzloser Symbolismus und ein wenig Wohlfühlaktion für Menschen, die sich dann in ihrem Elend nicht so allein vorkommen.
Die deutsche Politik hat in den letzten Jahren immer und immer wieder bewiesen, dass ihnen Demos und Proteste vollkommen egal sind. Selbst Millionen auf den Straßen scheren sie einen Dreck –außer vielleicht um mal wieder laut über weitere Einschränkungen von Bürgerrechten nachzudenken–, solange die Leute das weiterhihn brav in ihrer Freizeit am Wochenende tun und es den reichen Geldgebern nicht weh tut.
Ich seh aber nicht so viele andere Dinge, die gerade drin wären. Wir kriegen ja nicht mal normale Streiks organisiert. Für einen MLK-Stil-Marsch nach Washington oder Montagsdemos a la Berlin 89 sind nicht genug Menschen tief genug in der Scheiße.
Davon mal abgesehen, klar, das wird konkret nichts bringen. Niemand auf diesen Demos wird CDU wählen in Betracht gezogen haben, von daher ist dem Fritz das taktisch gesehen komplett latte. Aber zu sagen, schlechte Dinge passieren trotzdem, also muss es sinnlos sein, ignoriert, das a) es immer noch schlechter geht, und das b) wir den massiven Luxus des Versammlungsrechts nutzen müssen, sonst kommt er (noch schneller) weg.
Immerhin kommt das Thema damit noch mal in die Medien, und vielleicht ist das der Tropfen, bei dem irgendein Hans-Günther vor dem Fernseher sich doch überlegt, dass die linken Zecken da nicht seine Feinde sind, die ihm sein Gehalt klauen.
Sehe ich ähnlich. Man kann den Frust ja verstehen, aber es schafft trotzdem Sichtbarkeit. Das würde ich nicht verschenken wollen, weil es “eh nichts bringt”.
Außerdem: Offenbar sind massenhafte Emails auch nicht ganz so sinnlos, wie man denken mag, siehe Chatkontrolle. Klar, dass Thema kommt auch immer wieder, aber es lässt sich nicht abstreiten, dass die Politiker ein überquillendes Postfach wohl auch ziemlich nervig finden.
Kopf hoch und alle Mittel nutzen die’s gibt.
Wohlfühlaktion für Menschen, die sich dann in ihrem Elend nicht so allein vorkommen.
Das ist aber doch wichtig, damit man sieht wieviele Leute gleicher Meinung sind mit denen man dann weitere Aktionen unternehmen kann. Wenn das jetzt das einzige ist wird das wenig bringen, aber es ist doch nötig um die Leute zusammenzubringen dass sie dann mehr machen können.
Vor nicht allzu langer Zeit haben Demos gegen den Rechtsruck in Deutschland Millionen auf die Straße gebracht. Die Reaktion der Politik war “Fickt euch! Jetzt erst recht!” und die Leute haben mit dem Schultern gezuckt und weitergemacht. Ist jetzt wohl so…
Seit Monaten bringen Demos für ein Prüfverfahren der AfD Menschen auf die Straße. Die Reaktion der Politik ist, “Nee, ihr habt Unrecht! Das wäre doch voll undemokratisch (PS: weil das Grundgesetz haben wir leider nicht gelesen)!” und die Leute zucken mit den Schultern und machen einfach weiter. Bei der nächsten unterschriebenen Petition wird’s sicher was…
Ich mag die Definition eigentlich nicht sonderlich, aber hier ist die Frage, wie man das nennt, wenn man immer und immer wieder das Selbe tut und ein anderes Ergebnis erwartet, irgendwie berechtigt. Oder geht es doch nur darum, dass man sieht, dass man nicht allein ist, weder in Meinung noch in Unwillen irgendetwas zu ändern? Scheinbar fühlt man sich da irgendwie besser. Anders kann ich mir die Sturheit bis zum Stumpfsinn einfach keine Konsequenzen zu ziehen, wenn man ignoriert wird (oder schlimmer noch: bewusst das Gegeteil getan wird), nicht erklären. Denn dein Idee davon, Menschen dort zusammenzubringen, die dann “mehr machen können” ist in diesem Land offensichtlich nur ein frommer Wunsch.
Was sollte man denn tun?
Denn dein Idee davon, Menschen dort zusammenzubringen, die dann “mehr machen können”
Die Menschen treffen sich zum Demonstrieren, nicht zum Diskutieren.
Der gemeinsame Nenner ist die Demonstration. Es gibt sicher hundert Möglichkeiten, was als nächstes getan werden soll. Wie soll man sich auf etwas einigen? Online Diskussionen würden auch endlos weitergehen.
Der Widerspruch ist, dass in einer Demokratie getan werden sollte, was die Mehrheit will, wir aber der Mehrheit nicht trauen.
Wie sollte das System verbessert werden?
Demokratie ist NICHT die Herrschaft der Mehrheit über die Minderheiten. Sie ist die Herrschaft des Volkes.
Dieses verkürzte Verständnis des Demokratiebegriffes ist meiner Ansicht nach ein sehr wichtiger Grund, warum unsere Gesellschaft sich von Hetze und Lügen kleiner aber finanzstarker Akteure umhertreiben lässt. was man also tun sollte ist sich wieder für Aufklärung einzusetzen. Die Antwort auf die Frage
was ist Aufklärung
ist auch über 200 Jahre später eine treffende Beschreibung dessen, was dem Volk aktuell fehlt.
aber wat quatsch ich 🤷
Es gibt sicher hundert Möglichkeiten, was als nächstes getan werden soll.
Schön wie du ignorierst, dass eben –wie in den von mir genannten Beispielen offenscihtlich– “als nächstes” exakt gar nichts getan wird.
Was sollte man denn tun?
Das ist die große Preisfrage.
Mein Opa hat mal vorgeschlagen, alle Politiker in einen großen Sack zu stecken und dann mit einem Knüppel draufzuschlagen, weil man dabei garantiert keinen Falschen treffen würde. Diese Option kommt mir zunehmend attraktiv vor. Aber wo kriegt man so einen großen Sack her?
Joa, lieber mal Montag Krankmelden.
Wir sind ja eh alles Betrüger, die das schamlos missbrauchen… Ich meine, wenn man eh beschuldigt wird, kann man sich ja auch den Vorteil gönnen, oder?
Hu, das wäre tatsächlich eine witzige Protestaktion. Es tut den Leuten mit dicken Geldbeutel weh, die Protestanten müssen einen Anruf tätigen und maximal beim Doc was von Kopfschmerzen faseln. Die Medien können dann darüber sich den Mund zerreißen wie viele Milliarden das jetzt kostet und denkt doch mal jemand an die Aktionäre bitte!
Geht ja auch nicht nur um die Politiker. Von alleine wird’s nix.
Wen erreiche ich damit denn sonst noch? Die Leute, deren “Meinungsbildung” das nachplappern rechter Narrative sind? Wohl eher nicht! Oder geht doch eher ums symbolische Einrennen offener Türen, damit man das Gefühl hat, etwas zu tun (und auch noch voll erfolgreich ohne viel Widerspruch – die, die widersprechen würden, bleiben schließlich zu Hause und gucken sich lieber weiter Propaganda an).
Mein Hirn hatte schon erste, ungeordnete Worte hervorgebracht und dann spürbar das Signal zum Fingerheben für einen Einwand und zur Relativierung losgeschickt, aber dann wurde dieses gleich mehrfach in schneller Folge ein- und schließlich überholt (von der drölfzigsten Ent-Täuschung, altbekannter Müdigkeit, sowie Nachschub an Resignation und Zynismus). Also schreiben meine Finger jetzt stattdessen diesen Kommentar.
klingt so als müsstest du mal an die frische Luft!
Wie meinen?
Samstag schon was vor?
Kommt auf meine Erkältung an :/
Ist ja noch ein wenig hin. Gute Besserung!
Würden Demonstrationen etwas bewirken, wären sie längst verboten.
Das klingt alles sehr sinnvoll, aber wie soll das finanziert werden? Aktuell gibt der deutsche Staat mehr aus, als er einnimmt. Diese Forderungen kosten Geld. Wo wird erklärt, wie das gelöst wird?
Steuersystem wie unter Adenauer/Erhard und plötzlich haben wir wieder Geld für Daseinsfürsorge.
Wer es richtig progressiv mag, liest sich in die Modern Monetary Theory ein.
Z.B. im Parteiprogramm.
Alternativ zum selber rausfinden, wie leicht sich dieses vermeintliche Loch stopfen lässt: http://haushaltsloch.de/
Super Seite, merci! Zu jeder Reform und ihren Auswirkungen gibts ne Quellenangabe, top. Wenns leicht wäre, wärs längst passiert…
Was eine geniale Seite, danke Das hilft echt gut die Auswirkungen von einzelnen Reformen auch visuell zu erleben






