• KatherinaReichelt@feddit.org
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    2 days ago

    Das gilt übrigens nicht nur für zugewanderte Fachkräfte. Ich bin so biodeutsch wie nur möglich, aber auch ich meide aktuell den ländlichen Raum in Ostdeutschland. Leider habe ich da sehr negative Erfahrungen mit den Einheimischen gemacht. Auch ich fühle mich dort selbst als Tourist nicht wohl, wenn Nazis so öffentlich im Dorfbild zu sehen sind. Wenn die Graffitis an den Bahnhöfen Nazi-Graffiti sind, die Sticker an den Laternen Nazi-Sticker und an einem Autos mit klaren Nazi-Parolen vorbeifahren. Wenn klare Nazitypen am Bahnhof rumlungern. Wenn ganze Dörfer voller AfD-Werbung hängen. Das ist kein Ambiente, in dem ich mich wohl und sicher fühle.

    Das merkt man dann auch an den Menschen. Wenn man in einer Gegend ist, in der über 50% AfD wählen, dann merkt man das den Menschen an. Ein AfD-Wähler ist anders als andere Menschen. Irgendwie meckeriger, aggressiver, wütender. Dieser Eindruck zieht sich dann auch ins Zwischenmenschliche. Das macht leider keinen Spaß. Man bekommt als Westdeutscher dann erstaunlich häufig komische Spruche um die Ohren gehauen und ich will gar nicht wissen, wie das als Ausländer ist. Mittlerweile mache ich dort auch keinen Urlaub mehr, zu viele doofe Erlebnisse gehabt. Und alleine die Idee, dass ich dorthin ziehen würde, um dort in einer Firma voller AfD-Nazis zu arbeiten, ist absolut unvorstellbar.

    • rbn@sopuli.xyz
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      1 day ago

      Ich möchte ergänzen - und den Effekt gibt es dort schon deutlich länger - die Menschen sind dort auch einfach abgehängt. Ich war in den letzten Jahren öfter dort unterwegs und man spürt die wirtschaftliche Schere dort subjektiv sehr deutlich. Leute auf der Straße sehen heruntergekommener aus, man sieht viel mehr Menschen im öffentlichen Raum trinken, blickt man Samstagmorgen im Laden in die Einkaufskörbe sieht man besorgnisstehend viel Korn, Vodka, Bier etc.

      Das ist mir schon vor 10-15 Jahren aufgefallen, als dort viele noch die Linke gewählt haben und die AfD noch gar kein Thema war.

      Die Leute dort sind (nicht pauschal, aber im Durchschnitt im Vergleich zum Westen) arm, frustriert und ohne Perspektive. Die Leute dort sind nicht grundsätzlich böse oder schlechtere Menschen, sondern sie sind das Ergebnis der Umstände und strukturellen Probleme, mit denen sie der Rest der Republik alleine gelassen hat. Und Frust ist ansteckend. Selbst die, die nicht oder weniger stark betroffen sind, werden mit runter gezogen, wenn Familie, Freunde etc. betroffen sind.

    • Diplomjodler@lemmy.world
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      2 days ago

      Ich gehe da auch nur hin wenn’s unbedingt sein muss und so schnell wie möglich wieder weg. Ich habe übrigens schon sehr viele sehr nette, aufgeschlossene und vernünftige Ostdeutsche getroffen. Die waren aber alle im Westen.

  • lichtmetzger@discuss.tchncs.de
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    2 days ago

    Ich wohne in Rostock und hab hier bis letztes Jahr auch für eine Firma in der Stadt gearbeitet. Wir hatten riesige Probleme, Entwickler zu bekommen, die vor Ort arbeiten möchten. Zum einen aufgrund des geringeren Gehalts im Vergleich zu Westdeutschland, aber auch wegen dem Alltagsrassismus.

    Schlussendlich hatten wir dann zwei Leute aus Ägypten eingestellt, die nach dem Studium auch remote aus Ägypten weitergearbeitet haben - die wollten hier nicht bleiben und ich hab’s verstanden.

    Rostock ist zwar nicht so verloren wie der Rest der kleineren Städte in MV, aber auch hier gibt es immer mal wieder Naziprobleme. Die Schnittmenge zwischen Hansafans und Nazis ist nicht gerade klein und auch hier in der Stadt passieren schlimme Dinge, letztes Jahr wurde z.B. eine queere Bar zwei Mal in Brand gesteckt. Ich kann jeden verstehen, der keinen Bock hat, hier zu bleiben (und mittlerweile arbeite ich selbst auch remote für eine Firma im Westen, weil das Gehalt einfach viel besser ist - und die Arbeitsbedingungen auch).

  • smokeysnilas@feddit.org
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    2 days ago

    Ich bin SW Entwickler im Autokonzern und der Großteil der anderen Entwickler ist zugewandert. Also ich würde sagen deutlich über 3/4 . Und da ist die Meinung auch ganz klar: neuer Job oder Versetzung niemals in den Osten. Das muss doch jetzt schon extrem geschäftsschädigend sein für alle die im Osten wirtschaften wollen.

    Wenn hier bei uns eine AfD Mehrheit gewählt würde und 3/4 der Leute dann einfach gehen, dann bleibt nicht mehr viel. Dann muss das Entwicklungsbüro einfach geschlossen werden.

  • gigachad@piefed.social
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    2 days ago

    Bin letztens mal in meiner Heimat in NRW Taxi gefahren, hat mich der türkische Fahrer gefragt wo ich wohne. Als ich gesagt habe Leipzig war er direkt so “oh meine Güte ganz ganz schlimm”.

    Der weiß wahrscheinlich nicht wie geil Leipzig ist und differenziert nicht mit dem Rest von Sucksen. Konnte ihn aber sehr gut verstehen.

    • clucose@lemmy.ml
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      23 hours ago

      Leipzig der rote Leuchtturm im blau-schwarzen Meer. Es ist schon geil in Leipzig.