Eine Auswertung des forensischen Psychiaters Frank Urbaniok kommt zu dem Schluss: Ausländer aus bestimmten Herkunftsländern begehen häufiger Straftaten. Wie lässt sich das erklären? Und welche Rolle spielen Alter und Sozialstatus?
Eine Auswertung des forensischen Psychiaters Frank Urbaniok kommt zu dem Schluss: Ausländer aus bestimmten Herkunftsländern begehen häufiger Straftaten. Wie lässt sich das erklären? Und welche Rolle spielen Alter und Sozialstatus?
Betonung auf Ausländer aus bestimmten Herkunftsländern. Nicht Menschen. Es ist nicht die Herkunft aus diesem Land, sondern das emigrieren aus diesem Land nach DE was hier koreliert wird. Womit wir also wieder nur eine Statistik haben, die Geschlecht, Alter und sozialen Status, welche mit Kriminalität korrelieren, mit dem Migrieren aus bestimmten Ländern in Verbindung bringen. Sprich Menschen, die aus Bürgerkriegsländern oder Dürreregionen fliehen sind tendenziell jung, arbeitslos und männlich. Überraschung. Zumindest gegen Arbeitslosigkeit und finanzielle/soziale Nöte könnte der Staat ja etwas tun, aber da wird als erstes gespart. Längst bekannte Sachen, aber plakativ und hetzerisch aufbereitet.
Ja, aber das wischt Urbaniek ja alles beiseite. Das alles erkläre nicht, dass Ausländer in der PKS überrepräsentiert sind.
Einen kompletten Schwachsinn labert der sich da zusammen. Dass die einzelnen Faktoren einander verstärken wird ignoriert, dass Ausländer häufiger angezeigt werden wird weggeredet (“Ja aber Offizialdelikte!!!11!11!!!” - aber auch da muss die StA ersteinmal Kenntis von haben und nicht alle Straftaten sind Offizialdelikte), usw.
Keine Ahnung, was heute und mit diesem User los ist. Seit Monaten nichts gepostet und dann direkt mehrfache Hetze gegen Muslime und Migranten aus vor allem muslimisch geprägten Ländern. Auch seine früheren Posts sind islam- und flüchtlingsfeindlich geprägt.
@GianaSistersAddict@feddit.org’s Backup-/Zweitaccount?
Das wissen wir, wenn die Transfeindlichkeit rauskommt.
Das habe ich mich vorhin auch gefragt.
Wild wie das korreliert das der eine 'nen Tritt bekommt und dafür jetzt nach Monaten Funkstille hier die Propagandamaschine anspringt. Aber es gibt leider genug schlechte Menschen das es Zufall sein kann.
Was mir bei der PKS am meisten sauer aufstößt ist dass die Berechnungsbasis einfach falsch ist.
So zählen Verbrechen von nicht hier lebenden Ausländern bei der Ausländerkriminalität rein, allerdings werden Verbrechen von Inländern die im Ausland leben nicht berücksichtigt.
Prügelt sich ein englischer Hooligan bei der EM in Deutschland mit einem Holländer, dann zählt das in die Ausländerkriminalität rein. Begrapscht ein Deutscher im Vollsuff beim Apres-Ski in Österreich, dann zählt das in die PKS in Deutschland nicht rein.
Damit wird die Ausländerkriminalität im Vergleich zur Zahl der ausländischen Bevölkerung überreported, während die Inländerkriminalität im Vergleich zur inländischen Bevölkerung unterreported wird.
Bias direkt eingebaut in die Erhebung selbst.
nein, das ist ja keine Kriminalität, die in Deutschland passiert ist, warum sollte sie also in einer deutschen Kriminalstatistik aufscheinen? Es ist allerdings Ausländerkriminalität in Österreich und könnte als solche hier auch statistisch erfasst werden. Alles andere hielte ich nicht für sinnvoll.
Das Problem dabei ist, dass es die Antwort auf die Fragestellung ändert.
Die Fragestellung, um die es hauptsächlich geht im Zusammenhang mit dem Herkunftsland der Täter in der PKS ist “Sind Ausländer krimineller als Inländer?” bzw. das Gleiche nach Herkunftsländern aufgeschlüsselt.
So wie die PKS erhoben wird, beantwortet sie allerdings “Begehen mehr Ausländer oder Inländer im Inland Straftaten?”. Subtil andere Fragestellung, aber insbesondere im Vergleich zur Bevölkerungszahl bringt sie einfach nicht die Antwort auf die Frage von oben.
Und sowas fällt dann eben unter “Lügen mit Daten”.
Darauf geht Herr Urbaniok ein:
Woher möcht er das denn wissen? Wird ja nicht erfasst.
Hä? Ganz einfach…
Er lügt 🥸
https://www.bpb.de/themen/innere-sicherheit/dossier-innere-sicherheit/301624/migration-und-kriminalitaet/
Also hat der gute Mann da doch einfach glatt gelogen. Wer hätte das denn erwartet?
9.6% ist da jetzt echt nicht wenig.
Reicht aber wahrscheinlich nicht um auf diese Zahlen zu kommen:
Der Anteil an Touristen in den o.g. Menschengruppen wird vermutlich auch wesentlich geringer sein als 10%
Ja, dann muss man hier noch mal etwas mehr Statistikverständnis drin haben.
Wir reden hier von insgesamt ziemlich geringen Zahlen. So geht es hier z.B. um:
Bei so geringen Zahlen greift das Gesetz der Großen Zahlen noch nicht.
Das Gesetz der Großen Zahlen bedeutet, dass sich ein Zufallswert erst bei genügend Wiederholungen einem Erwartungswert annähert. Nimm z.B. einen normalen 6-seitigen Würfel. Im Durchschnitt erwartet man, dass der Würfel 3.5 als Ergebnis liefert. Wenn ich den Würfel tausende Male würfel und den Durchschnitt nehme, dann wird der Durchschnitt auch sehr nahe an 3.5 liegen.
Würfel ich den Würfel hingegen nur ein Mal, dann zeigt der Würfel z.B. eine 1. 1 ist sehr weit von dem Erwartungswert weg. Das heißt aber nicht, dass der Erwartungswert falsch ist, sondern dass ich ein sehr zufälliges Ergebnis sehe.
Nimm als Extrembeispiel hier die Algerier. In Deutschland leben laut Wikipedia gerade mal 520 Algerier (Zahl von 2023). Das sind extrem wenige. Genauso ist die absolute Anzahl von 40 gefährlichen Körperverletzungen richtig wenig. Das ist eine Zahl die so niedrig ist, dass drei oder vier gewalttätige Leute ausreichen um diese 40 gefährlichen Körperverletzungen an einem einzigen Tag hin zu bekommen.
Das heißt also nicht, dass Algerier prinzipiell gewalttätig sind, sondern dass diese winzige Gruppe eben zufällig ein paar gewalttätige Individuen beinhaltet.
Um es jetzt noch mal anders zu verdeutlichen: Nimm ganz Deutschland. Teile alle Einwohner völlig zufällig in Gruppen aus 1000 Leuten auf. Damit hat man jetzt ~84 000 Gruppen. Erhebe wie viele Leute von welcher Gruppe straffällig geworden sind. Du wirst automatisch sehen, dass manche dieser Gruppen extrem überrepräsentiert sein werden und andere Gruppen werden wahrscheinlich gar keine Verbrechen begangen haben.
Um das zu demonstrieren habe ich hier ein kleines Python-Script gebastelt, welches exakt das tut: Es nimmt die Bevölkerung Deutschlands, die Anzahl an schweren Körperverletzungen und Sexualstraftaten, verteilt die zufällig über die simulierte Bevölkerung, teilt die Bevölkerung in 1000-Personen-Chunks auf und vergleicht dann, wie viele Straftaten in welcher Kategorie welcher Chunk begangen hat.
Und komplett ohne dass ich da irgendwelche Konzepte wie Nationalität, Ethnizität, Religion, soziale Klasse, Ausbildung, Geschlecht oder sonst irgendwas einfließen hab lassen (man könnte sagen das Programm ist vollständig diskriminierungsfrei), kriege ich da diese Werte raus (Werte variieren, da Zufall verwendet wird):
In diesem Fall hat es also ~11000 Chunks (=11 mio Leute) gegeben, in denen niemand ein Verbrechen begangen hat, während es einen Chunk gegeben hat, der 534% überrepräsentiert war bei schwerer Körperverletzung und einen der sogar 3173% überrepräsentiert war bei Sexualverbrechen.
Je kleiner die Zahlen sind um die es sich handelt, desto zufälliger wird das Ergebnis.
Edit: Mache ich die Chunk Size so klein wie die Anzahl der Algerier in Deutschland (520), dann wird das Ergebnis noch extremer: