• CyberEgg@discuss.tchncs.de
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    14 days ago

    Kannst du das von dir genanmte Wahlsystem vielleicht etwas genauer ausführen? Ich kenne es nicht, und um die von dir genannten Vorteile bewerten und diskutieren zu können, braucht man schon etwas mehr Hintergrundwissen.

    • schnurrito@discuss.tchncs.de
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      14 days ago

      Es gibt hier https://de.wikipedia.org/wiki/Übertragbare_Einzelstimmgebung einen Wikipedia-Artikel dazu, erstmals gehört habe ich davon in diesem Video: https://www.youtube.com/watch?v=l8XOZJkozfI

      In jedem Wahlkreis wird eine bestimmte fixe Zahl Abgeordneter gewählt; Parteien können und sollen daher mehrere Kandidaten pro Wahlkreis aufstellen. Auf dem Wahlzettel stehen die einzelnen Kandidaten (nicht Parteien) und der Wähler bekommt die Möglichkeit, seine Präferenz durch Zahlen auszudrücken: neben seinem bevorzugten Kandidaten schreibt er 1, seiner zweiten Wahl 2, dritten Wahl 3, usw.; hier ist ein echter Wahlzettel aus Irland: https://i2-prod.irishmirror.ie/article34224362.ece/ALTERNATES/s1200f/1_01JDYCPAWGS318XJ2638XVB3F6.jpg

      Durch Division der Stimmenzahl durch die Anzahl Abgeordneter (es gibt da verschiedene Verfahren für die genaue Bestimmung) wird die Wahlzahl bestimmt, die Kandidaten brauchen, um als gewählt zu gelten. Zuerst werden die ersten Präferenzen ausgezählt und alle Kandidaten, die aufgrund dessen schon die Wahlzahl erreicht haben, sind gewählt. Wenn sie mehr Stimmen haben, als sie dafür brauchen, werden die überschüssigen Stimmen (bzw. korrekterweise: alle Stimmen mit entsprechend geringerem Stimmgewicht) auf die zweiten Präferenzen von ihren Wählern übertragen (deshalb “übertragbare” Einzelstimmgebung).

      Wenn nach einer solchen Zählung kein zusätzlicher Kandidat gewählt ist, wird der mit den geringsten Stimmen eliminiert, dessen Stimmen werden auf die jeweils nächsten Präferenzen von dessen Wählern übertragen. So macht man weiter, bis man nur noch so viele Kandidaten hat, wie noch Sitze zu vergeben sind (die sind dann alle gewählt).

      Dadurch hat man ein Verhältniswahlsystem, ohne dass man Parteilisten (oder überhaupt Parteien) braucht - jeder Wähler stellt sich seine eigene Liste zusammen und es wird ausgezählt, welche Kandidaten insgesamt im Wahlkreis am beliebtesten sind.

      • MaggiWuerze@feddit.org
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        14 days ago

        Geiles System. Allein schon, dass ein starker Sieger nicht alle anderen disqualifiziert find ich eine enorme Verbesserung