Zum guten Ton des Protestes gehörten dabei Pöbeleien gegenüber Politiker:innen, die die Aufrüstung vorantreiben und eine Wiedereinführung der Wehrpflicht fordern. Die Richtung gab schon der Satiriker Martin Sonneborn am frühen Nachmittag vor. In einer Bundeswehr-Jacke über dem obligatorischen Anzug und mit einem Sternburg-Dosenbier in der Hand sprach dieser unter begeisterten Jubelrufen von „Friedrich-Fotzenfritz-Merz“ und witzelte:

spoiler

„Merz leck Eier? Er kann auch an der Ostfront sterben gehen“.

Doch es blieb nicht nur bei Provokationen. Inhaltlich kritisierte etwa ein Redner der Verdi-Jugend gleich zu Beginn die massive Kürzungspolitik, die „ein Ausmaß wie die Agenda 2010“ habe. Die Merz-Regierung erleichtere Kettenbefristungen, niemand in seinem Alter glaube noch an eine sichere Rente, sagt der junge Redner. „Und jetzt sollen wir in den Schützengräben der Zukunft unseren Tod finden? Nicht mit uns!“ Es sei die Aufgabe der Gewerkschaften, beim Kampf gegen die Kürzungen nicht über die Aufrüstung zu schweigen. Unter Applaus solidarisierte er sich mit den Schü­le­r:in­nen­pro­tes­ten in Frankreich, was im Laufe des Abends immer wieder Thema wurde.

  • foreverknew@lemmy.zip
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    18 days ago

    Gesprochen wie jemand, der keinen Krieg erlebt hat.

    Nur weil es andere Situationen/Berufe gibt, in denen Menschen ihr Leben riskieren, bedeutet das nicht, das diese mit einer Kriegssituation vergleichbar sind. Man ist nicht Soldat um Menschen zu helfen, sondern um den “Feind” ums Leben zu bringen.

    • DrunkenPirate@feddit.org
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      18 days ago

      Ja, ich hatte Glück. Aber ich habe auch meinen Dienst geleistet.

      In der Regel reicht Abschreckung. Angegriffen werden idR die, die einen leichten Sieg versprechen. Ist „auf der Straße“ genauso, deshalb sehen alle Jungs ja so gefährlich aus.