• General_Effort@lemmy.world
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    6
    ·
    3 months ago

    Besonders besorgniserregend ist, dass insbesondere auch Medien sich aktiv an der Vernichtung von öffentlich zugänglichen Dokumentationen beteiligen. Viele Rundfunkanstalten löschen etwa die Hinweise auf vergangene Interviews oder Berichte bereits nach wenigen Jahren im Rahmen der Depublizierungspflicht, andere Medienhäuser löschen Meldungen, ändern Überschriften und URLs oder ganze Textabschnitte geräusch- und hinweislos. Damit missverstehen Journalist:innen ihre Funktion. Sie sind nicht nur Berichterstatter, die die Öffentlichkeit heute informieren sollen, sondern gewissermaßen auch Archivar:innen unserer Zeit für nachfolgende Generationen. Ein Gespräch, das im Radio zu hören war, hat nie stattgefunden, wenn auch der letzte Mensch, der es gehört hat, verstorben ist – außer, es gibt eine Dokumentation darüber.

    • naeap@sopuli.xyz
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      8
      ·
      3 months ago

      Eigentlich müsste etwas wie archive.org staatlich gesponsert sein, damit Artikel, Interviews etc von privaten Medien nach der Frist nicht verloren gehen.

      • General_Effort@lemmy.world
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        2
        ·
        3 months ago

        Die Depublizierungspflicht gilt für die öffentlich-rechtlichen. Das wurde von den privaten Medien herbei lobbyiert.

        Sowas wie das Internet Archive war sowieso schon immer hochgradig illegal. Denk mal an die Rhetorik zum KI-Training. Die gescrapten Inhalte über die Wayback Machine noch mal zugänglich zu machen, ist natürlich nochmal schlimmer als sie nur intern zu verarbeiten.

        Die Deutsche Nationalbibliothek archiviert Webseiten, allerdings nur in sehr kleinem Maßstab. Um das einsehen zu können, musst du größtenteils in einen Lesesaal gehen, wegen Urheberrecht.

        https://irights.info/artikel/internet-archive/32691